Transkulturelle Psychotherapie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

480x480_haendeEine psychotherapeutische Sitzung ist eine Art “gemietete Zeit”. Der Patient bestimmt meist den Inhalt einer Therapiestunde. Im folgenden seien noch einige spezifische Anmerkungen zu Psychotherapie mit den verschiedenen Altersgruppen gemacht:

1.  mit Kindern:

Angestrebt wird im Laufe des psychotherapeutischen Prozesses, dass das Kind sich traut, mit dem Psychotherapeuten allein in der Stunde zu bleiben: möglicherweise Ausdruck einer Selbständigkeit und Selbstsicherheit; erzwungen wird nichts.
Die kindliche Form der Kontaktaufnahme  ist das Spiel. So werden im Therapieraum viele Spiele (Brettspiele, Ballspiele, Rollenspiele, etc.) angeboten, die das Kind sich auswählen kann. Über das “Spiel” mit dem Psychotherapeuten äussert sich das Kind unbewusst und berichtet  von sich und seiner seelischen Befindlichkeit. Der Therapeut nun hat die Aufgabe eines “Dolmetschers”, der das Kind unterstützt, sich seiner Gedanken und Worte bewusst zu werden und diese der Erwachsenenwelt – immer mehr im Laufe des psychotherapeutischen Prozesses  versprachlichender – kundzutun. Eine weitere Aufgabe des Therapeuten ist, die kindlichen Botschaft mit den Eltern in der “Elternarbeit” gemeinsam zu entschlüsseln, zu verstehen und die Eltern ermutigen,  neue Verhaltensweisen zu probieren. Und diese veränderten Verhaltensweisen der Eltern  wiederum fördern den Reifeprozess des Kindes.                                                                                               

Manchmal interessieren sich Eltern für den Verlauf der einzelnen Stunden und fragen beim Kind nach: was habt Ihr gemacht?  Bei allem Verständnis für die Neugierde ist es wichtig, das Kind nicht auszufragen. Auch wenn es schwer fällt, zu akzeptieren: die Therapie wird vom Kind oft als etwas Eigenes erlebt, und der Respekt davor wird ihm bei der Bewältigung seiner kindlichen Schwierigkeiten helfen. Wenn das Kind von sich aus über die Psychotherapie spricht, kann man  selbstverständlich darauf eingehen, so die Empfehlung.

Erfolg einer Therapie

Ich setze zu Beginn einer Therapie voraus, dass die Eltern zu einer aktiven Mitarbeit bereit sind. Ein Desinteresse, z. B. in Form von Nichtwahrnehmen der vereinbarten Elterngespräche, gefährdet den Erfolg einer Therapie und kann dazu führen, dass ich die Zusammenarbeit wegen zu geringer Erfolgsaussicht beende.

Die Elterngespräche finden in der Regel alle 4 – 6 Wochen und nach Bedarf statt. Sinn dieser Gespräche ist, die therapeutische Arbeit mit Ihrem Kind und dem Alltagsleben zu Hause zu “verzahnen”, Rückmeldungen über Entwicklungen oder neu auftretende Probleme auszutauschen, Fragen beantworten zu suchen  oder gemeinsame Verhaltensweisen zu entwickeln.

Für mich ist Psychotherapie  Arbeit mit der Familie, lebt der Sohn/ die Tochter doch nicht auf einer einsamen Insel, sondern eingebunden in jeweilige Familienverhältnisse.
Neben den Elterngesprächen stehe ich  für Fragen und Mitteilungen, auch kritischer Art, gerne zu meinen telefonischen Sprechzeiten, die  dem Anrufbeantworter entnommen werden können, zur Verfügung. Ich bitte um Verständnis, dass der Anrufbeantworter nur für kurze Mitteilungen bereit steht und dass ich auf Bitten um Rückruf  aufgrund der Praxisorganisation selten eingehen kann. Selbstverständlich stehe ich zu Beginn der Psychotherapiestunden der Kinder Ihnen zur Verfügung.                                                                     

2. mit Jugendlichen, Heranwachsenden und Erwachsenen:

Je älter ein Mensch ist, desto eher ist er in der Lage, sich – unbewusst und bewusst – sprachlich auszudrücken, auch mit dem, was ihn belastet: es liegt im Ermessen des Patienten, dies spielerisch oder klar und direkt über das Wort in der Psychotherapie äussern zu lernen. Letztendlich gilt es, sich seines Handelns und Denkens, das für die eigene seelische Misere  mitverantwortlich ist, bewusst zu werden. Sich bewusst zu werden seiner eigenen Verhaltensweisen und sich zu reflektieren bedeutet  Distanz zu sich zu entwickeln und dann wachsam gemäss den eigenen Vorstellungen sich zu entscheiden, aus dem “mitverursachten Elend” auszusteigen. Psychotherapie ist ein Bewusstmachungsprozess mit dem Ziel von Selbstbestimmung in den anerkannten Werten der Umgebung. 

Eltern  werden nur nach Absprache und Zustimmung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit in den psychotherapeutischen Prozess einbezogen.  

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