Die Selbstachtung Ihres Kindes stärken: Zehn Gebote

Die Selbstachtung ist von herausragender Bedeutung. Kinder mit hoher Selbstachtung übernehmen Verantwortung für ihr Verhalten, treffen eigenständige Entscheidungen, greifen neue Herausforderungen begeistert  auf, ertragen Frustrationen, sind stolz auf Ihre Leistungen und können eine große Bandbreite unterschiedlicher Emotionen erleben.

Kinder mit geringer Selbstachtung dagegen spielen ihre Fähigkeiten herunter, bezweifeln die eigene Kompetenz, fühlen sich machtlos sind rasch frustriert, geben anderen die Schuld an ihren Problemen, vermeiden Risiken, sind durch andere leicht beeinflussbar und verfügen über eine geringere Gefühlsvielfalt.

Machen Sie es sich daher zu Aufgabe, die Selbstachtung Ihres Kindes zu stärken. Den größten Erfolg haben Sie dabei, wenn Sie sich an die folgenden zehn Gebote halten:

  1. Respektieren Sie Ihr Kind. Achten Sie seine Gefühle, seine Würde und seine Privatsphäre. Ihren Respekt drücken Sie auch dadurch aus, dass Sie Ihre Erwartungen deutlich erklären. Wenn Kinder nicht wissen, was von ihnen erwartet wird, fühlen sie sich unsicher, verwirrt und ängstlich. Damit sie sich in einer Situation wohl fühlen und erfolgreich sind ist es wichtig, dass sie von vorneherein wissen, was auf sie zukommen wird.
  2. Vermeiden Sie es, Ihr Kind in peinliche Situationen zu bringen. Manchmal müssen Sie es sogar davor schützen, sich selbst bloß zustellen, vor allem vor Gleichaltrigen. Peinliche Erlebnisse untergraben Selbstachtung und Selbstvertrauen.
  3. Zeigen Sie Interesse an Ihrem Kind. Fragen Sie nach seien Gedanken und Gefühlen, seinen Spielen und Freunden, seinen Hoffnungen und Ängsten. Durch Ihr ehrliches Interesse zeigen Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist und ernst genommen wird.
  4. Schaffen Sie Situationen, in denen Ihr Kind erfolgreich sein kann. Diese Situationen können sich auf die verschiedensten Bereiche beziehen. In der Schule kann es durch Eifer, Geduld und Fleiß Erfolge haben. Im Sport führen Beharrlichkeit und Engagement zu Erfolgserlebnissen. Durch künstlerische Gestaltung kann es seine Kreativität und Einzigartigkeit erfahren. Aber auch in zwischenmenschlichen Beziehungen sind Erfolgserlebnisse möglich, indem Ihr Kind lernt, Zuneigung zu geben und anzunehmen. Ermutigen Sie Ihr Kind, alle seine Begabungen und Fähigkeiten zu entwickeln.
  5. Erkennen Sie die Bemühungen Ihres Kindes ebenso an wie seine Erfolge. Bemühungen sind auch dann wichtig und lobenswert, wenn es nicht zum Erfolg kommt. Ja, oft ist es nötig, über längere Zeit hinweg Bemühungen zu belohnen und zu verstärken, ehe sie zu spürbaren Verbesserungen führen. Heben Sie das Positive an den Bemühungen Ihres Kindes hervor und vermeiden Sie Kritik an Negativem. Manche Menschen sind im Hinblick auf ihre eigenen Leistungen so unsicher, dass auch positives Feedback bei ihnen Angst auslöst.
  6. Heben Sie stets den Lernzuwachs Ihres Kindes hervor, z. B.: “Sieh nur, wie toll sich deine Handschrift innerhalb des letzten Jahres verbessert hat”. Oder: “Du hast heute Nachmittag wirklich sehr gut auf deinen kleinen Bruder aufgepasst. Ich glaube, von jetzt an können wir dich auch schon mal mit ihm alleine lassen.” Für die Selbstachtung eines Kindes ist sehr wichtig, dass es spürt, es ist nicht nur liebenswert, sondern auch leistungsfähig und lernfähig. Auch in dieser Hinsicht sind konkrete Beschreibungen positiver Leistungen vorteilhafter als allgemeines Lob.
  7. Achten Sie darauf, dass Ihre Erwartungen vernünftig, realistisch und den besonderen Stärken und Schwächen Ihres Kindes angemessen sind. Erwartungen können motivierend wirken, wenn sie durchschaubare und erfüllbar sind; unrealistische oder unausgesprochene Erwartungen können jedoch Verwirrung und Angst auslösen.
  8. Akzeptieren Sie grundsätzlich die Gefühle Ihres Kindes. Auch wenn Ihr Kind etwas tun soll, das es nicht gerne macht, sollten Sie ihm seine eigenen Gefühle zugestehen, indem Sie z. B. sagen: “Ich weiß, du trocknest nicht  gerne Geschirr ab, aber heute ist der Tag, an dem du mit Abtrocknen dran bist.” Fördern Sie die Selbstachtung Ihres Kindes, indem Sie seine Gefühle erkennen und akzeptieren. Da positives Selbstgefühl durch Nichtstun und Langeweile abnimmt, bei Anregung und Beschäftigung jedoch zunimmt, können Sie Ihrem Kind dabei helfen, mit ungeliebten Aufgaben kreativ umzugehen. Dabei geht es nicht darum, die langweiligen und frustrierenden Aspekte des Lebens zu leugnen, sondern darum gemeinsam nach phantasievollen Möglichkeiten zu suchen, um mit den im Leben unvermeidlichen Durststrecken besser zurechtzukommen.
  9. Übertragen Sie ihrem Kind nach Möglichkeit eigenständige Aufgaben. Indem Sie es um Hilfe bitten, zeigen Sie ihm, dass Sie es achten und ihm vertrauen. Die Selbstachtung eines Kindes wächst, wenn es sich in der Lage fühlt, Ihnen tatsächlich zu helfen. 
  10. Lassen Sie Ihrem Kind Raum für eigenverantwortliche Entscheidungen und überlassen Sie ihm gelegentlich auch einmal die Führung, damit es Zutrauen in seine eigene Willens- und Urteilskraft gewinnen kann.

 

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